Ethik und Ästhetik | kubi-online (2022)

Die beiden Perspektiven der Ethik und der Ästhetik

In der Philosophie ist das Verhältnis von Ethik und Ästhetik seit Platon Thema. Um dieses Verhältnis näher beleuchten zu können, sind zunächst die beiden Begriffe „Ethik“ und „Ästhetik“ zu klären: „Ethik“ geht zurück auf das griechische „ethos“: „Sitte, Brauch, Charakter“ und wurde bereits in der Antike von Aristoteles als Bezeichnung für eine bestimmte Art des philosophischen Denkens verwendet. Ethik ist die philosophische Disziplin, die allgemeine Prinzipien oder Beurteilungskriterien zur Bestimmung des richtigen menschlichen Handelns zu begründen sucht (vgl. Fenner 2008:5f.). Die Grundfrage der Ethik lautet entsprechend: „Wie soll ich handeln?“ Man kann sich diese Frage entweder mit Blick auf die persönlichen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen (Individual­- oder Strebensethik) oder aber hinsichtlich des Wohlergehens der vom Handeln Betroffenen (Sozial­- oder Sollensethik) stellen. Ziele der Ethik sind sowohl das Glück und gute Leben der Individuen als auch das gerechte Zusammen­leben. Ethik lässt sich daher auch als Theorie des guten und gerechten Handelns definieren.

Anders als die Ethik wurde die Ästhetik viel später, nämlich erst im 18. Jh. von Alexander Gottlieb Baumgarten als eine eigenständige philosophische Disziplin begründet. Das Wort „Ästhetik“ stammt vom griechischen Wort „aisthesis“ ab, das so viel meint wie „sinnliche Wahrnehmung, Sinn, Erkenntnis“. Baumgarten definierte die Ästhetik entsprechend als „Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis“ (§1). Bis heute plädieren viele PhilosophInnen für einen solchen weiten Begriff von Ästhetik und lehnen die heute übliche Verengung der Ästhetik auf das Schöne und die Kunst ab. Statt sich nur mit schönen Erscheinungen aus­einander zu setzen, beschäftige sich die Ästhetik mit allen Arten von Wahrnehmungen (vgl. Welsch 1960:9f.). Ihr Ziel sei dabei nicht begriffliche Erkenntnis, sondern die Verfeinerung und Erweiterung der sinnlichen Aneignung der Wirklichkeit, damit das sinnlich Erscheinende in seiner ganzen Reichhaltigkeit erfahren werde (vgl. Waibl 2009:14f.). Zum Leitbegriff gegen­wärtiger Ästhetik avancierte die „Ästhetische Erfahrung“ (vgl. Bubner 1989; Düwell 1999). Gemeint ist damit eine sinnengeleitete Erfahrung, bei der die Aufmerksamkeit den vielfältigen sinnlichen Qualitäten von wahrgenommenen Erscheinungen gewidmet wird und die folgende Charakteristika aufweist (vgl. dazu Düwell 1999:64; Fenner 2000:22f.):
1. Selbstzwecklichkeit und Vollzugsorientiertheit,
2. Reflexivität und das spielerische Experimentieren mit neuen Perspektiven auf die Wirklichkeit und
3. ästhetischen Genuss bzw. ästhetisches Wohlgefallen.

Typisch für die ästhetische Einstellung zur Wirklichkeit ist also erstens die Herauslösung des Subjekts aus dem unmittelbaren Eingebundensein in die alltägliche Lebenswelt mit subjektiven Bedürfnissen und Interessen und äußeren Erwartungshaltungen zugunsten der totalen Hingabe an die ästhetische Praxis um ihrer selbst willen, frei von äußeren Zwecken wie Welterkenntnis oder richtiges Handeln.

Das reflexive Moment der ästhetischen Erfahrung macht zweitens das eigene Verhältnis zur Welt bewusst und eröffnet neue Möglichkeiten der Weltsicht (vgl. Düwell 1999:93). Das ästhetische Wohlgefallen wird drittens nicht wie ein rein sinnlicher Genuss unmittelbar durch angenehme Sinnesreizungen wie etwa beim Verzehr einer leckeren Speise ausgelöst, sondern erfordert eine Auseinandersetzung mit der Form des Wahrgenommenen mittels der Fantasie und des Denkvermögens.

(Video) Ethik+Ästhetik

Ästhetik ist zwar mehr als „Theorie der Kunst“, weil ästhetische Einstellungen nicht nur durch Kunstwerke, sondern auch durch außerkünstlerische Objekte der Natur oder des Alltags angestoßen werden können. Gleichwohl steht bei den meisten philosophischen Reflexionen zum Verhältnis von Ästhetik und Ethik die Kunst im Vordergrund. Genau genommen fragt man dabei nicht nach den Beziehungen zwischen den beiden philosophischen Disziplinen, sondern vielmehr nach dem Zusammenhang zwischen ihren beiden Gegenstandsbereichen: Leistet die ästhetische Erfahrung einen Beitrag zu einem persönlichen guten Leben oder einem gerechten Zusammenleben? Kann die Auseinandersetzung mit Kunst uns zum richtigen Handeln anleiten? Diese Fragen haben sich Philosophen bereits in der Antike gestellt, bevor also die Ästhetik als eigenständige Disziplin etabliert wurde. Es kann im Folgenden nur eine Auswahl der wichtigsten Antworten vorgestellt werden, die auch mit Blick auf die Kulturelle Bildung von Interesse sind.

Platon: Kunst im Idealstaat

Auf der einen Seite hat Platon beim Entwurf seines „Idealstaates“ im 4. Jh. v. Chr. die Künstler verbannt, weil sie nicht die Wahrheit sagen und die Seelen der Zuschauer verderben: Statt dass sie die Urbilder oder Ideen der Dinge erkennen, würden sie in ihren Gedichten oder auf Bildern nur das oberflächlich sinnlich Wahrnehmbare äußerlich abbilden (vgl. Platon 1991:596a-­599b). Die illusionistischen Künstler seiner Zeit sprächen nur die Sinnlichkeit der Rezipienten an und zerstörten durch die Darstellung unüberlegter und leidenschaftlicher Handlungen sogar deren Vernunft (vgl. ebd.:604e-­606d). Auf der anderen Seite gesteht Platon der Kunst jedoch sogar einen erzieherischen Charakter zu, sofern sie nur bestimmten ontologischen und ethischen Kriterien genüge. Unter einer strengen Zensur sollen daher diejenigen Künstler im Idealstaat tätig sein dürfen, die edle und anständige Charaktere darstellen und die Gerechtigkeit loben (vgl. ebd.:401c f.). In der musischen Erziehung werden nur gewisse ausgewählte Tonarten zugelassen, die in den Heranwachsenden Tugenden, d.h. ethische Charakterhaltungen wie Tapferkeit oder Besonnenheit herausbilden
(vgl. ebd.:399a ff.).

Angesichts der Vielfalt der Einflussfaktoren auf die Charakterbildung lässt sich allerdings empirisch schwer belegen, dass Musik tatsächlich nicht nur die Gefühlslage eines Menschen beeinflusst, sondern sogar seinen Charakter verbessern kann (vgl. Rinderle 2011:149ff.). Grundsätzlich widerspricht Platons Entwurf einer Verstaatlichung und Instrumentalisierung der Kunst für ethische Zwecke natürlich unseren neuzeitlichen Vorstellungen von einer autonomen Kunst (siehe Max Fuchs „Kunstfreiheit und Kunstautonomie – Facetten einer komplexen Leitformel“).

Aristoteles: Katharsis durch Kunst

Wie sein Lehrer Platon hat auch Aristoteles die ethische und pädagogische Bedeutung von Musik, Tanz und Drama hervorgehoben und besonders geeignete Tonarten, Rhythmen und Instrumente benannt (Aristoteles 1991:1340b,40-­1341b,10). Seine berühmt gewordene Katharsis­-Theorie hat er primär auf der Grundlage seiner Beobachtungen bei den Aufführungen griechischer Musikdramen entwickelt: Enthusiastische, leidenschaftliche Musik könne in den Zuschauern heftige Affekte wie beispielsweise Jammer und Schrecken hervorrufen, von denen sich diese aber, nachdem sie ihnen während der Dauer des Spiels freien Lauf ließen, wie nach einer Entladung gereinigt fühlten (vgl. ebd.:1342a,5­-17). In seiner Poetik­-Abhandlung erläutert Aristoteles die optimalen Erfüllungsbedingungen der Katharsis bei Tragödienaufführungen wie eine bestimmte Charakterdisposition des tragischen Helden und wichtige Wendepunkte im Handlungsverlauf (vgl. Aristoteles 1993:Kap.11­-16).

(Video) Wissenschaft für jedermann - Ethik & Ästhetik

Leider wurde die Katharsistheorie des Aristoteles bis heute nur unzulänglich erforscht (vgl. Scheff 1983:31ff.). Empirisch untersucht und als falsch verworfen wurde sie nur in ab­gewandelter Form der „Aggressionskatharsis“: Vorhandene Aggressionspotentiale scheinen beim Anschauen medialer Gewaltdarstellungen nicht verringert, sondern eher gesteigert zu werden (vgl. Zumkley 1978:85f.). Näher am aristotelischen Katharsiskonzept sind die an Sigmund Freuds „kathartische Methode“ anknüpfenden Therapiekonzepte, bei denen durch das Wiedererleben verdrängter Gefühle in einem ruhigen und sicheren Kontext eine innere emotionale Spannung abgebaut werden soll (vgl. Scheff 1983:24ff.). Allgemein berufen sich auf die aristotelische Katharsis künstlerische Therapien, bei denen durch ästhetische Praxis Emotionen geweckt werden, die dank der künstlerischen Gestaltung aus Distanz betrachtet, anerkannt und bearbeitet werden können (vgl. Heimes 2010:40).

Friedrich Schiller: Ästhetische Erziehung

Anlässlich der Enttäuschung über das Scheitern der Französischen Revolution verfasste Friedrich Schiller die Abhandlung „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ (1795). Sie hebt mit der Zeitdiagnose an, die Menschen seien noch nicht bereit für die hehren revolutio­nären Ziele Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit und einen „moralischen Staat“ (vgl. Schiller 1991:2.1/3.2/7.1). Sie benötigten erst einmal eine ästhetische Erziehung, weil die Menschen nur durch den Umgang mit schöner Kunst zur Freiheit und zu einem vernünftigen Handeln gemäss ihren moralischen Einsichten befähigt würden (vgl. 2.5/3.5). Das harmonische Gleich­gewicht von Materie und Form, Sinnlichkeit und Geistigkeit in schönen Kunstwerken soll die Menschen gleichsam dazu auffordern, sich im ästhetischen Zustand des „Spiels“ ebenfalls in eine solche Ganzheit zu verwandeln (vgl. 16.1/18 und Waibl 2009:153f.). Dieser ästhetische Zustand bedeute nicht nur individualethisch gesehen das größte Glück der Menschen (vgl. 27.2), sondern ermögliche die sozialethisch wünschbare Umsetzung der humanistischen Ziele in der Praxis (vgl. 8.7).

Da die Einsicht in die Moralprinzipien dabei vorausgesetzt wird, wäre die ästhetische Erziehung wohl nur als Ergänzung zu einer rationalen moralischen Erziehung sinnvoll. Wie die Kunst den Menschen nicht nur aus dem unmittelbaren Verhaftetsein ans materielle Dasein befreien, sondern die Blockade bei der Realisierung der moralischen Vernunftprinzipien lösen kann, scheint mir allerdings fraglich zu sein. Aus eigener Erfahrung und Beobachtung lässt sich jedenfalls nicht bestätigen, dass Menschen dank des höchst beglückenden ästhetischen Zustands völliger Unbestimmtheit und Freiheit verstärkt zu moralischem oder politischem Engagement motiviert wären. Am Ende der Schrift wird denn auch der „ästhetische Staat“ als vermeintliche Durchgangsstufe zum „moralischen Staat“ als Endzweck verklärt, sodass sich die Erziehung durch Kunst als Erziehung zur Kunst entpuppt (vgl. Gethmann-­Siefert 1995:174). Gleichzeitig erkennt Schiller den utopischen Charakter eines solchen „ästheti­schen Staates“, weil er sich nur in auserlesenen Künstlergemeinschaften realisieren lasse (vgl. 27.11). Das ethische Ideal von Freiheit und Gleichheit für alle Menschen ist damit in weite Ferne gerückt.

Michel Foucault/Wilhelm Schmid: Ethik der Lebenskunst

Die Hochkonjunktur der Ethik der Lebenskunst im 20. Jh. verdankt sich einer Renaissance der Strebensethik nach einer langen Vorherrschaft der Sollensethik innerhalb der neuzeitlichen Ethik. Michel Foucault versteht sein Programm einer „Ästhetik der Existenz“ als Antwort auf das Verschwinden der traditionellen Vorstellung einer Moral als Gehorsam gegenüber einem Regelkodex (vgl. Foucault 1985:136). Infolgedessen müsse man sich vermehrt sich selbst zuwenden und sich selbst „wie ein Kunstwerk begründen, herstellen und anordnen“ (ebd.:81). Die Menschen sollen „sich selbst zu transformieren, sich in ihrem besonderen Sein zu modifizieren und aus ihrem Leben ein Werk zu machen suchen, das gewisse ästhetische Werte trägt und gewissen Stilkriterien entspricht“ (Foucault 1986:18). Offen bleibt, auf welche ästhetischen Kriterien es dabei ankommt und was es genau bedeutet, sein Leben als Kunstwerk zu gestalten.

(Video) Ästhetik ist die Mutter der Ethik – Keine Theorie ohne Praxis

Auch der Lebenskunst­-Philosoph Wilhelm Schmid spricht vage von einer „kunstvollen Gestaltung der Existenz“ und erklärt, „schön“ bedeute in der Moderne soviel wie „subjektiv bejahenswert“ (Schmid 1998:166ff.). Wo konkretere Lebenskunst­-Techniken empfohlen werden, scheint es nur noch im weiten Sinn von griechisch „techne“ um Kunst zu gehen. Letztlich beschränkt sich die Analogie zwischen der Arbeit an sich selbst und der Gestaltung eines „guten Lebens“ wohl auf das schöpferische Moment, die Prozesshaftigkeit und das Sich-Befreien von konventionellen Erwartungshaltungen. Sie appelliert an die Kreativität und die Eigenständigkeit des Einzelnen, damit er seinen eigenen Stil und sein eigenes Gesetz finde. Ethisch problematisch wird die individualethische Lebenskunst da, wo sie zu einer Vernachlässigung oder Abwertung der sozialethischen Belange führt.

Martha Nussbaum/Richard Rorty: Narrative Ethik

Seit den 1980er Jahren sind zahlreiche Publikationen zum Verhältnis von Ethik und Literatur erschienen (vgl. Zimmermann/Salheiser 2006; Mandry 2003). In der Literaturwissenschaft spricht man von einem „ethical turn“, der wesentlich durch PhilosophInnen wie Martha Nuss­baum und Richard Rorty angestoßen wurde. Zur „narrativen Ethik“ kann man alle Reflexionen über die Vermittlung ethischer Einsichten durch die „narrativen Künste“ zählen. Obwohl die „narrativen“, d.h. erzählenden Künste auch die Film­- und Videokunst umfassen, konzentriert man sich meist auf die Literatur. Narrative EthikerInnen gehen davon aus, dass literarische Werke Werte oder ethisch relevante Erfahrungen vermitteln oder sogar zu Einsichten in allge­meine Moralprinzipien verhelfen. Nach Nussbaum und Rorty vermag die Literatur im Gegensatz zu philosophischen Abhandlungen für die Leidensfähigkeit und Verletzlichkeit der Menschen zu sensibilisieren, weil sie neben dem Intellekt auch Fantasie und Gefühl anspricht und sich die LeserInnen so optimal in die dargestellten Figuren hineinversetzen können. Nussbaum schätzt insbesondere die griechischen Tragödien, die menschliche Verwundbarkeit und die Zerbrechlichkeit des Glücks erfahrbar machen (vgl. Nussbaum 1986:2). Aber auch Romane wie die von Charles Dickens oder Henry James seien mit ihrer reichhaltigen dichterischen Sprache und der Förderung von Einbildungskraft und Mitgefühl viel wichtiger für die Lösung zwischen­ menschlicher Konflikte als universelle rationale Prinzipien (vgl. Nussbaum 1985:512ff.).

Rorty hebt hervor, dass Literatur die LeserInnen für die Wahrnehmung von Grausamkeiten und Demütigungen sensibilisiere und damit die Solidarität zwischen den Menschen steigere (vgl. Rorty 1992:281,305f.). Auch wenn die Wahrnehmung von Verletzlichkeit und Hilfsbedürftigkeit anderer Menschen zumindest im Nahbereich unverzichtbar für sozialethisch richtiges Handeln ist, sollten Gefühle meines Erachtens nicht gegen rationale Prinzipien ausgespielt werden. Denn Gefühle können ungerechtfertigt, subjektiv und parteiisch sein, sodass sie einer rationalen Prüfung bedürfen (vgl. Fenner 2008:209f.). Viele moralische Konflikte betreffen ohnehin die Gesellschaft oder öffentliche Institutionen und erfordern allgemeine begründbare Entscheidungen. Zudem können nachweislich auch hochsensible DichterInnen oder KunstliebhaberInnen, wie z.B. gewisse klavierspielende SS­-Leute in der Realität taub sein für den Schmerz ihrer Mitmen­schen (vgl. Düwell 1999:136).

Wolfgang Welsch: Ästhetische Gerechtigkeit

Infolge einer „Ästhetisierung der Lebenswelt“ schwinden in den Augen vieler postmoderner DenkerInnen die Differenzen zwischen Ästhetik und Ethik bzw. ihren jeweiligen Gegenstands­bereichen. Nach Wolfgang Welsch ist die Ethik im Begriff, sich in eine „Subdisziplin der Ästhetik zu verwandeln“ (Welsch 1993:44). Während im individualethischen Bereich die ästhetische Perfektionierung von Körper, Seele und Geist ins Zentrum rücke, sollen in sozialethischer Hinsicht ästhetische Kompetenzen im zwischenmenschlichen Zusammenleben den Verlust moralischer Standards ausgleichen (vgl. ebd.:20f.). Welsch hebt dabei die Bedeutung der Kunsterfahrung hervor, weil die moderne Kunst „geradezu eine Werkstatt und Schule voll­endeter Pluralität“ darstelle (Welsch 1960:69). Im Umgang mit Kunst würde die Sensibilität für abweichende Perspektiven und Widersprüche gesteigert und man könne lernen, sich besser auf Pluralität, Heterogenität und das je Partikulare in der postmodernen Lebenswelt einzulassen (vgl. ebd.:76,16). Statt sich nur mit dem schönen Schein zu beschäftigen, soll die Ästhetik ein ethisch bedeutsames Konzept einer „ästhetischen Gerechtigkeit“ als Gerechtig­keit gegenüber dem Heterogenen entwickeln (vgl. Welsch 1996:133f.). Welsch nennt diesen Schnittbereich von Ästhetik und Ethik „Aisthet/hik“ (ebd.:108). Er statuiert das Ideal eines „ästhetischen Bewusstseins“ mit den Merkmalen Spezifitäts- und Pluralitätsbewusstsein, Wachsamkeit, Aufmerksamkeit gegenüber dem Ausgeschlossenen und Nichtswürdigen, Anerkennungs-­ und Gerechtigkeitstendenz (ebd.:131ff.). Wo es aber beispielsweise um die Verteilung knapper Güter geht, reicht die Aufmerksamkeit gegenüber jedem Einzelnen für gerechtes Handeln nicht aus, weil vielmehr rational begründbare Verteilungskriterien erfor­derlich wären. Welsch gesteht denn auch ein, die Aisthet/hik könne die übliche Ethik nicht ersetzen, sondern sie nur ergänzen (vgl. ebd.:108).

(Video) In 2 Minuten erklärt: Immanuel Kant

Systematischer Ausblick

Bei Reflexionen über das Verhältnis von Ethik und Ästhetik bzw. ihren Gegenstandsbereichen sollte meines Erachtens grundsätzlich die Autonomie der beiden Perspektiven gewahrt bleiben: In der ethischen Perspektive sind wir in faktische Lebensvollzüge involviert, und es geht um die Begründung des richtigen und verantwortlichen Handelns (vgl. Düwell 1999:11f.,235f.). Aus ästhetischer Perspektive hingegen tritt man aus den alltäglichen Interessenzusammenhängen hinaus, nimmt ein sinnlich-­sinnenhaftes Verhältnis zum Dargebotenen ein und spielt in einem Freiraum der Möglichkeiten mit verschiedenen Welt­- und Selbstsichten. Während man im Alltag z.B. verpflichtet ist, Menschen in Bedrängnis zu helfen, ist im Theater niemand zum Eingreifen in eine Gewaltszene aufgefordert. Der Respekt vor der Autonomie beider Perspektiven verbietet einerseits eine Ästhetisierung der Moral bzw. eine Ästhetisie­rung der Ethik, bei der man die Ästhetik zum Fundament der Ethik erklärt. Josef Früchtl nennt letztere Position eine „fundamentalästhetische Ethik“ und ordnet ihr Lyotard und Welsch zu (vgl. Früchtl 1996:21). Genauso unangemessen ist aber andererseits eine Moralisierung der Kunst, d.h. ihre Indienstnahme für die moralische Besserung der Menschen, wie sie bei Platon und teilweise bei Rorty und Nussbaum zu verzeichnen ist. Als unhaltbar erscheint mir schließlich auch die dritte alternative Position einer „antiästhetischen Ethik“, die jeden Beitrag der Ästhetik zur Ethik leugnet (vgl. ebd.). Denn offenkundig gibt es zahlreiche Bezüge zwischen ästhetischen Phänomenen und dem guten und gerechten menschlichen Handeln. Ohne dass Kunstwerke instrumentalisiert werden, können sie verschiedene direkt oder indirekt ethisch relevante Funktionen übernehmen. Einige sind generelle Funktionen, die in der Struktur ästhetischer Erfahrungen gründen, einige sind lediglich potentielle und können einzelnen konkreten Kunstwerken zukommen oder auch nicht.

In individualethischer Hinsicht wären in erster Linie Entlastung vom Alltagsstress, Entspannung, positive Gefühle des ästhetischen Wohlgefallens und der Freude zu nennen, welche mit der ästhetischen Erfahrung zumeist verbunden sind und zu einem glücklichen Leben beitragen. Die ästhetische Praxis ist nach Martin Seel eine wesentliche Form eines guten Lebens, weil sie im Unterschied zu vielen alltäglichen instrumentellen Tätigkeiten auf­grund ihrer Selbstzweckhaftigkeit in sich selbst lohnenswert ist (vgl. Seel 1996:14f.). Kunst artikuliert zudem Welt­- und Lebenserfahrungen, eröffnet neue Sichtweisen, Lebens­- und Handlungsmöglichkeiten und erweitert somit den Handlungsspielraum (vgl. Seel 1991:44ff.; Wolf 1991:111f.; Düwell 1999:281f.). Die in narrativen Künsten erzählten Lebensgeschichten können Hilfe bieten bei der Identitätsfindung und „Modelle“ für das Leben und Handeln des Menschen bereitstellen (vgl. Haker 1999:166f.; Mieth 2008:40). Eher indirekt kann Kunst das Gelingen des Lebens befördern, indem sie für die Lebensgestaltung wichtige Vermögen wie Wahrnehmen und Erkennen verfeinert oder Fantasie und Kreativität anregt. Ästhetische Praxis kann auch psychohygienische oder therapeutische Wirkungen zeitigen, weil belastende Erfahrungen besser bearbeitet und leichter ertragen werden können, wenn ihnen eine Gestalt gegeben wird (vgl. Heimes 2010:40).

In sozialethischer Hinsicht liefert Seel zufolge die Ästhetik der Moralphilosophie Aufschluss über einen zentralen Bereich moralischer Rücksichtnahme, weil die ästhetische Daseinsweise eine wichtige Grundform menschlichen Lebens darstelle (vgl. Seel 1996:13). Aus meiner Sicht ist allerdings nicht nur der individualethische Stellenwert ästhetischer Praxis neben anderen Möglichkeiten selbstzweckhafter Praxis fraglich, sondern es gibt zweifellos wichtigere Dimen­sionen moralischer Rücksichtnahme, wie z.B. diejenige auf menschliche Grundbedürfnisse. Von der Förderung von Empathie und Solidarität im zwischenmenschlichen Bereich war bereits die Rede. Kunst kann zudem auf moralische Probleme und Konflikte aufmerksam machen und die Konsequenzen des Befolgens oder Verletzens moralischer Normen für die Betroffenen veranschaulichen. Mit der Darstellung von Normenanwendungen in konkreten Einzelfällen werden bestimmte Werthaltungen suggeriert, hinterfragt, oder lediglich Anstöße zu ethischen Überlegungen gegeben. Oft manifestieren Kunstwerke eine wertende Haltung („attitude“) gegenüber dem Handeln der Figuren oder den ihnen zugrunde liegenden Normen und schreiben damit den RezipientInnen gleichsam eine bestimmte „moralische Reaktion“ vor (vgl. Gaut 2007:68; Carroll 1998:136f.). In einem simplen Beispiel wird Gewalt implizit verurteilt, indem eine gewalttätige Figur ein schreckliches Ende nimmt. Anders als in der nicht­-narrativen Ethik werden aber selbst in narrativen Künsten die entsprechenden Normen nicht diskursiv­-argumentativ begründet oder kritisiert. Stattdessen können Kunstwerke die Komplexität einer moralischen Konfliktsituation reduzieren, die ethischen Reflexionen in eine einseitige Richtung lenken oder irrationale Hoffnungen und Ängste wecken. Es wäre daher gefährlich, den Künsten die alleinige ethische Orientierungsmacht zu übertragen und sich im Handeln unmittelbar von literarisch vermittelten Werten oder Normen leiten zu lassen (vgl. Düwell 1999:14f.). Die Kunst und die sie reflektierende Ästhetik können immer nur eine Ergänzung zu einer rationalen Ethik bilden, die sich um eine möglichst umfassende, systematische, argumentative Auseinandersetzung mit strittigen ethischen Fragen bemüht.

FAQs

Was bedeutet Ästhetik einfach erklärt? ›

Ästhetik bedeutet wörtlich: Lehre von der Wahrnehmung bzw. vom sinnlichen Anschauen. Ästhetisch ist demnach alles, was unsere Sinne bewegt, wenn wir es betrachten: Schönes, Hässliches, Angenehmes und Unangenehmes. Eine Lehre, die sich nur mit schönen Dingen beschäftigt, heißt Kallistik.

Was versteht man unter dem Begriff Ethik? ›

Ethik, auch Moralphilosophie genannt, ist eine Wissenschaft, die sich mit dem menschlichen Handeln beschäftigt. Das Wort Ethik hat seine Definition vom griechischen Wort „ethos“ und bedeutet „Sitte“, „Gewohnheit“, „Herkommen“.

Welche Begriffe sind in Ethik wichtig? ›

Ethische Grundbegriffe
  • Moralische Handlungen.
  • Das Ziel menschlichen Handelns.
  • Das Gute.
  • Werte.
  • Tugend.
  • Sollen.
  • Gerechtigkeit.

Was bedeutet Ästhetik für dich? ›

Die Ästhetik ist die Theorie der sinnlichen Wahrnehmung und befasst sich mit dem subjektiven Geschmacksurteil. Sie ist somit die Theorie u.a. des Hässlichen.

Was für Ästhetiken gibt es? ›

Ästhetik
  • angeborener Ästhetik (Sinneswahrnehmungen, Phantasievermögen, natürliche Veranlagung Gedächtnis, dichterische Anlage, Veranlagung zum guten Geschmack, seherische Fähigkeiten)
  • erworbener Ästhetik (Training der angeborenen Fähigkeiten).

Wie entsteht Ästhetik? ›

Ästhetische Bildung kann sich im Prinzip an jedem Gegenstand und in unterschiedlichsten Sozialformen vollziehen. Äs- thetisches Erleben verweist auf eine Weise in der Welt zu sein, ihr zu begeg- nen, in und mit ihr zu handeln.

Welche 3 Formen der Ethik gibt es? ›

Normative Ethik, deskriptive Ethik und Metaethik

Als „Ethiken“ können demnach Theorien bezeichnet werden, die sich mit den verschiedenen Aspekten des Phänomens Moral auseinander setzen.

Was ist das Ziel der Ethik? ›

Ein Ziel der Ethik ist, über die verschiedenen Formen moralischen und ethischen Argumentierens nachzudenken. Bei den ersten geht es um die verschiedenen Bezugsrahmen, worauf die Legitimität von Handlungen beurteilt wird.

Was bewirkt Ethik? ›

Ethik ist eine Wissenschaft. Sie befasst sich mit dem menschlichen Handeln. Dazu kann man sich viele Gedanken machen: Wie soll der Mensch handeln, an welchen Werten soll er sich orientieren? Was ist gutes, was ist schlechtes Handeln?

Was ist Ethik Beispiel? ›

Ethik kennst du sicher als Schulfach. Dort diskutiert ihr zum Beispiel über Themen wie Menschenwürde, Freiheit, Toleranz und andere Werte des menschlichen Zusammenlebens. Ethik ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit dem "rechten" menschlichen Handeln befasst.

Was ist Ethik und Werte? ›

Wertethik ist zunächst ein allgemeiner Überbegriff für ethische Reflexion über Werte. Der Begriff der Wertethik bezeichnet allerdings auch eine philosophische Tradition, die Werte ins Zentrum der Ethik stellt. Wertethik ist zudem eng mit der Wertlehre, der Axiologie (gr. ἀξία axia "Wert"), verbunden.

Warum denken wir über Ethik nach? ›

“ Die Grundidee der deontologischen Ethik ist, dass der Mensch erst dadurch, dass er nicht nach den Folgen urteilt, die eine bestimmte Handlung für ihn mit sich bringt, fähig wird, das ethisch Positive, Negative oder Neutrale in ihr ganz abstrakt und allgemein zu erkennen.

Was ist das Gegenteil von Ästhetik? ›

verlinkt: ästhetisch (ästhetisch · geschmackvoll · schön · ...) is das Antonym von unästhetisch (affrös (veraltet) · hässlich · reizlos · ...)

Kann ein Mensch ästhetisch sein? ›

Jedoch gibt es neben Mensch-Ding auch weitere Mensch-Nichtmensch ebenso wie Mensch-Mensch Interaktionen, die ästhetisch sein können.

Warum ist ästhetische Bildung wichtig? ›

Sie fördert die Wahrnehmung und Interpretation von Sinneseindrücken. Sie regt dazu an, Mittel des Gestaltens zu nutzen, um kindliche Erfahrungen zu reflektieren, auszudrücken und zu verarbeiten.

Kann ein Mensch ästhetisch sein? ›

Jedoch gibt es neben Mensch-Ding auch weitere Mensch-Nichtmensch ebenso wie Mensch-Mensch Interaktionen, die ästhetisch sein können.

Was ist das Gegenteil von Ästhetik? ›

verlinkt: ästhetisch (ästhetisch · geschmackvoll · schön · ...) is das Antonym von unästhetisch (affrös (veraltet) · hässlich · reizlos · ...)

Was ist ein ästhetisches Bild? ›

Ein ästhetisches Foto lässt sich sowohl von schönen als auch von hässlichen Objekten machen. Allerdings ist es deutlich leichter, von schönen Objekten ein schönes Foto zu machen. Manche Motive sperren sich erfolgreich gegen jede ästhetische Absicht.

Was ist ein ästhetischer Körper? ›

Große Muskeln im Sinne einer wahren Masseschlacht gehören wohl endgültig der Vergangenheit an. Was jedoch gefragt ist, ist ein ästhetischer durchtrainierter Körper. Linie, Symmetrie und eine Art Sunny-Boy Lifestyle. Das ist wohl Ziel und Wunsch nahezu aller FitnessFreaks.

von Philip Schwarz   In den vergangenen Jahren hatten das Feuilleton und kulturinteressierte Menschen nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal…

In den vergangenen Jahren hatten das Feuilleton und kulturinteressierte Menschen nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal Gelegenheit, die Freiheit der Kunst gegen moralische Urteile und Ansprüche der sogenannten “Politische Korrektheit” zu verteidigen.. Auch in Bereichen, die zwischen den Polen E und U eher der Unterhaltung zugeordnet werden, ist diese Debatte lebendig, beispielsweise, wenn es um den Kampf gegen Sexismus in Videospielen geht, die sich in Bezug auf Ästhetik und Charakterdesign auf stereotype Weise vorwiegend an ein heterosexuelles Cis-männliches Publikum richten.. Wenn die Sphäre der Kunst in sich geschlossen und gegenüber moralischer Kritik immun ist, lässt sich die moralische Kritik als unsachlich und dem Thema nicht angemessen zurückweisen, ohne dass eine inhaltliche Auseinandersetzung nötig wäre.. Tatsächlich aber ist die These von der Abgrenzbarkeit zwischen Kunst und Moral hinfällig, weil die Forderung nach der Moralfreiheit der Kunst ihrerseits eine moralische Forderung darstellt.. Wie man sich diese Trennung vorstellen kann, lässt sich zunächst metaphorisch mit zwei Brettspielen, für die unterschiedliche Regeln gelten, verdeutlichen: Die Kunst nach moralischen Gesichtspunkten zu beurteilen wäre demnach ebenso sinnlos, wie die Schachregeln auf Mensch-ärgere-dich-nicht anwenden zu wollen und umgekehrt.. Ein Verlag, der ein Manuskript im Postfach hat, kann fragen, ob es künstlerisch interessant ist, er kann fragen, ob es moralisch richtig wäre, es zu veröffentlichen, er kann fragen, ob es sich lohnt, oder ob es erlaubt ist.. Wenn der Verlag zum Beispiel entscheidet, dass es juristisch nicht zulässig ist, ein Manuskript zu veröffentlichen, kann das auch bedeuten, dass es sich ökonomisch nicht lohnen würde, weil die Veröffentlichung einen teuren Gerichtsstreit nach sich ziehen würde.. Es gibt auch Fälle, in denen der moralische Wert durch den künstlerischen Wert begründet wird: Würden wir nicht beispielsweise sagen, dass es moralisch falsch ist, einer anderen Person die Auseinandersetzung mit einem Stück Kunst aufzuzwingen, das diese Person als langweilig, hässlich oder anderweitig wertlos empfindet?. Die Frage „Ausschlafen oder Versprechen halten“ ist keine Frage von Egoismus gegen Moral, sondern eine Frage danach, wessen Bedürfnisse wichtiger sind, und die Frage „Freie Kunst oder Political Correctness“ ist keine Frage von Kunst gegen Moral, sondern ebenfalls eine Frage nach dem Vorrang bestimmter Bedürfnisse gegenüber anderen.. Dies wurde vor allem deutlich, in der Diskussion um die Entfernung von Eugen Gomringers Gedicht Avenidas von der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule, in deren Verlauf die Übermalung zu einem „Generalangriff auf unsere Kultur und damit auf unsere Freiheit“ erklärt wurde.. Je nachdem, wie diese Argumentation verstanden wird, wird hier der Anspruch der Leser*innen auf das unveränderte Buch oder der Anspruch der*des Verfassers*in auf die Bewahrung des ursprünglichen Werkes gegen den Anspruch auf diskriminierungsfreie Sprache verteidigt.. Aber wenn die Forderung, die Kunst müsse der Moral entzogen sein, um interessant bleiben zu können, ihrerseits eine moralische Forderung ist, dann haben wir es hier nicht mit zwei abgetrennten Bereichen zu tun.. Kunst moralisch zu beurteilen ist dann ähnlich wie die Frage, ob es in Ordnung ist, zur Verabredung zu spät zu kommen, wenn das die einzige Möglichkeit ist, dem Unfallopfer zu helfen.. Wenn wir verstanden haben, dass die Verteidigung der Kunst gegen die moralische Kritik ihrerseits ein moralisches Bedürfnis vertritt, stellt sich die Frage, um die es hier geht anders dar.. Auf der anderen Seite stehen die Anliegen der Betroffenen: der Wunsch nicht mehr mit einer Sprache konfrontiert zu werden, die jahrhundertelang zur Rechtfertigung und Verharmlosung von Gewalt, Unterdrückung und systematischer Benachteiligung benutzt wurde.

Microsoft stellt sechs Grundsätze für KI und Ethik vor. Was der Schlüssel für eine erfolgreiche Künstliche Intelligenz ist, schreibt Tanja Böhm hier.

Ethische Prinzipien bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI sind die Voraussetzung dafür, dass die Menschen der Technologie vertrauen.. Das bedeutet: Wir brauchen ein Recht für Künstliche Intelligenz , und wir brauchen eine Moral für Künstliche Intelligenz.. Doch die spannendsten Fragen ergeben sich daraus erst: Was sind ethische Prinzipien für künstliche Intelligenz, und wie bringen wir sie ihr bei?. Künstliche Intelligenz kann nur Muster und Strukturen in Daten erkennen.. Egal, ob sie unsere Arbeit erleichtern, unsere Gesundheit verbessern oder uns nach der Party mit den Freunden nach Hause fahren: Alle KI-Systeme haben gemeinsam, dass sie eine große Menge von Daten für das Training benötigen.. Wir begegnen ihr in unserer Wohnung, im Auto, auf dem Arbeitsplatz oder auf dem Handy, das wir permanent bei uns tragen.. Doch wir werden sie nur nutzen können, wenn wir uns um den Datenschutz bei Künstlicher Intelligenz kümmern.. Niemand wird Daten über sich preisgeben, wenn er sich nicht sicher sein kann, dass seine Daten sicher sind.. Für die meisten von uns ist es selbstverständlich, hören oder sehen zu können.. Es ist an uns, dafür zu sorgen, dass KI so arbeitet, wie WIR es wollen – und nicht wir, wie KI es will.

Hotel "Terrassenhof", Bad Wiessee am Tegernsee, Das Programm finden Sie im Download Bereich (Tab "DOWNLOADS")   !!!Jetzt noch Early Bird Ticket sichern!!! Verlängert bis Sonntag, 04.09.2022!!!   Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir freuen uns Sie zur 18. Tegernsee Konferenz ...

Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.. Ein ganz besonders Anliegen ist uns junge Kolleginnen und Kollegen zu ermuntern mit ihren Perspektiven und Ansichten in diese konstruktiven Diskussionen einzusteigen.

Das aus dem griech. ethos (= Gewohnheit, Herkommen, Sitte) stammende Wort Ethik ist die Bezeichnung für denjenigen Teilbereich der abendländischen Philosophie, welcher sich mit der Beschreibung, Untersuchung und Kritik der durch Traditionen geprägten ...

ethos (= Gewohnheit, Herkommen, Sitte) stammende Wort Ethik ist die Bezeichnung für denjenigen Teilbereich der abendländischen Philosophie , welcher sich mit der Beschreibung, Untersuchung und Kritik der durch Traditionen geprägten Regeln des Handelns und des Verhaltens befasst.. In der Ethik wird ganz wesentlich danach gefragt, was ein gutes menschliches Leben ausmacht, und versucht, Grundlagen und Regeln für ein moralisch angemessenes, richtiges Handeln und Verhalten zu erarbeiten.. In der traditionellen europäischen Ethik stehen drei Hauptfragen im Vordergrund: die Frage nach dem „höchsten Gut“ , die Frage nach dem rechten Handeln und die Frage nach der Freiheit des menschlichen Willens .. Dabei betrachten sie entweder die Gesinnung, aus der die Handlung hervorgeht (Gesinnungsethik) oder die Folgen und Wirkung, die eine Handlung erzeugt (Verantwortungsethik).. Eine wesentliche Frage der Ethik ist, ob die sittlichen Willensantriebe und Wertschätzungen angeboren und daher allgemein menschlich sind („Nativismus“) oder ob sie aus Erfahrung gewonnen werden und daher je nach Kultur und Epoche verschieden ausfallen („Relativismus“).. 3. die Meta-Ethik , welche wertneutral den sprachlich-logischen Status moralischer Begriffe analysiert und sich mit Bedeutung ethischer und verwandter Begriffe sowie deren Verwendung in moralischen Sätzen und der Begründbarkeit von Werturteilen befasst.. auf die Harmonie des Vernünftigen mit dem Unvernünftigen in der Seele an, und der zu den „Atomikern“ zählende Demokrit (ca.. Der Konfuzianismus betont die Ordnung, die in der Familie, in der Gesellschaft und im Staat beachtet werden soll, und hält – ähnlich wie Sokrates und Platon – Tugend für lehr- und lernbar und im Sinne einer humanen Gesellschaft Bildung und moralische Erziehung des Menschen zu den Prinzipien von Sitte und Recht für unabdingbar.. Indem ein Anhänger des Taoismus die Welt und damit auch die Natur als identisch mit sich selbst betrachtet, legt er damit auch großen Wert auf die Erhaltung der Ordnung, die in dieser Einheit von Mensch und Natur besteht.. Der „Naturgesetz“-Gedanke der Stoa wurde dann im Mittelalter durch Thomas von Aquin (1225-1274) wieder aufgegriffen und mit der Offenbarungslehre des Christentums zu einer umfassenden philosophisch-theologischen Systematik integriert, wobei diese zugleich Glückseligkeits-, Vollkommenheits-, Güter-, Vernunft- und Rechts-Ethik war.. Thomas Hobbes (1588-1679) postulierte eine mechanisch determinierte Natur des Menschen (Naturrecht), leitete damit die Wende zu einer rationalistisch geprägten Philosophie ein und entfachte so eine Debatte um das Verhältnis von Verstand und Gefühl bei der Entstehung eines moralischen Urteils.. entstanden in Deutschland dann die verschiedensten Strömungen , welche hier nur kurz genannt sein sollen: die phänomenologische, anthropozentrische, materielle Wert-Ethik (Max Scheler, 1874-1928; Nicolai Hartmann, 1882-1950), die neukantisch-wertphilosophische Ethik (Bruno Bauch, 1877-1942), eine soziologisch orientierte Ethik (L. Von Wiese), eine existenzphilosophische Situations-Ethik (Eberhard Grisebach, 1880-1945), eine Ethik der „einfachen Sittlichkeit (Otto Friedrich Bollnow, geb.. Exkurs: Im Gegensatz zu den positivistischen Geistesströmungen der letzten Jahrhunderte in Europa und Amerika hält die chinesische traditionelle Philosophie das Problem der Lebensanschauunug nicht durch Entwicklung von Naturwissenschaft und Technik für lösbar, da diese objektiv, das Leben des Menschen jedoch subjektiv sei.

Ethisches Handeln versteht sich nicht von selbst. Doch wie lehrt und lernt man ethisches Verhalten? Und welche Verantwortung tragen die Hochschullehrer?

Wir hören von britischen Ärzten, die sich von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch für jede künstliche Befruchtung mit einer Eizelle bezahlen lassen, die sie dann für Klon-Experimente verwenden.. Wir werden uns an den Hochschulen nicht jedes Fehlverhalten unserer Absolventen zuzurechnen haben, und doch müssen wir uns, so meine ich, selbstkritisch die Frage stellen, ob wir in der Lehre unserer wissenschaftlichen Verantwortung in vollem Umfang entsprechen.. Könnte es nicht sein, dass uns gelegentlich die konjunkturabhängige employability der Absolventen erstrebenswerter scheint als deren konjunkturunabhängige wissenschaftliche Bildung, dass wir berufspraktische Verwendbarkeit für wichtiger halten als wissenschaftliches Vermögen, dass wir mitunter nützliches Fachwissen schon für wissenschaftliche Bildung halten?. Ein Fach wissenschaftlich zu lehren heißt immer und notwendig, auch und gerade dessen Grundlagen, dessen geschichtliche und ethische Dimensionen anzusprechen, die Studierenden mit dem aufregenden Erlebnis wissenschaftlicher Fehlbarkeit zu konfrontieren, die Frage nach den Folgen und auch nach den Risiken wissenschaftlicher Erkenntnis zu stellen.. Eine Ursache dürfte in den Ausbildungserwartungen eines unter globalem Konkurrenzdruck stehenden Arbeitsmarktes zu finden sein, dem kurz ausgebildete Absolventen lieber sind als gut ausgebildete; eine weitere in den unterausgestatteten öffentlichen Bildungshaushalten, die für wissenschaftliche Lehre im doppelten Wortsinn nichts mehr übrig haben; eine dritte in den Fehlentwicklungen der deutschen Bologna-Reform, die mit den Bachelor-Studiengängen so etwas wie Wissenschaftsersatzstudiengänge geschaffen hat.. Die schlechten Rahmenbedingungen sind das eine, unsere Verantwortung für die wissenschaftliche Bildung der Studierenden ist das andere.

Was ist Moral? Was ist Ethik? Was ist der Unterschied zwischen Moral und Ethik? Hier gibt's Antworten, Beispiele und eine Definition für Kinder.

Und wenn du etwas Schlechtes getan hast und du fühlst, dass es dir leidtut, gibt es eine Möglichkeit, es wiedergutzumachen – und zwar, indem du es sagst.. Während sich die griechische Philosophie vor Sokrates mit dem Sein allgemein (der Ontologie) und der Natur beschäftigten, legte Sokrates (der Lehrer von Platon ) seinen Fokus auf das, was sich bereits als Ethik verstehen lässt: Eine gelungene Lebensführung.. Ethik im Weltkontext , S. 125 Was beim Fokus auf die abendländische Philosophie – deren Ursprung in der griechischen Antike gesehen wird – nicht vergessen werden darf: Bei der Erhaltung und Überlieferung der Werke griechischer Philosophen spielte die islamische Kultur eine wichtige Rolle.. Wenn sich in der Gegenwart Menschen auf gute alte Zeiten berufen, in denen noch Moral und Sitte herrschten, ist bei genauerem Hinschauen eine Fantasie-Vergangenheit gemeint, die sich nicht historisch rekonstruieren lässt.. Zahllose Alltags- und Benimmregeln wurden daraus gebastelt: Und die Moral von der Geschicht’, ärger die Geschwister nicht / belüge deine Eltern nicht / quäle deinen Hamster nicht etc.. An den Beispielen von Bibel und Busch kannst du erkennen, dass es in der Moral oft gar nicht um das Handeln geht, sondern um das Unterlassen von Handlungen – also was du nicht tun solltest.. Die Standardauffassung von Ethik geht immer noch davon aus, dass ein einzelner Akteur auf die eine oder andere Weise handelt und seine Handlung die Haupt- bzw.. […] ein Kind, das ehrlich ist, nur weil die Mutter gesagt hat, dass man ehrlich sein soll, oder ein gläubiger Mensch, der anderen hilft, nur weil seine Religion es ihm gebietet.. Ein sozialer, moralischer Wert ist etwa die Ehrlichkeit, aus der sich die Norm oder Regel ableitet, nicht zu lügen.. Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte […]. Dass es je nach Staat verschiedene Gesetze gibt, liegt wiederum den jeweiligen gesellschaftlichen Konventionen zugrunde, aus denen die Gesetze hervorgegangen und im Laufe der Geschichte angepasst worden sind (Beispiel: die Waffengesetze in Australien in Vergleich zu denen in den USA.). Darin gibt es eine Szene, in der ein Diener den Prinzen Genji dringend dabei unterstützen muss, einer kranken Frau zu helfen – doch der Diener zögert, sich dem Prinzen trotz der Dringlichkeit anzunähern.

Die Sicherheit der Studienteilnehmer ist das höchste Gut und deshalb gelten strenge Gesetze und hohe ethische Standards für klinische Studien.

Für jede Studie muss außerdem das Einverständnis der Ethikkommission eingeholt werden.. Die wichtigsten Eigenschaften der Ethikkommission sind Unabhängigkeit und Expertise , ihre wichtigste Aufgabe ist die Abwägung des Nutzens der Studie für die Patienten gegenüber den möglichen Risiken .. Sie klärt die Patient*innen nicht nur über den Studienablauf und die möglichen Risiken des Medikaments auf, sondern informiert auch über alle Untersuchungsverfahren einschließlich deren Risiken, wenn diese üblicherweise nicht oder weniger oft durchgeführt werden.. Behörden und Ethikkommission lassen sich daher regelmäßig über den Verlauf der Studie unterrichten.. Eine andere Möglichkeit das Patientenwohl zu schützen, kann sein, die Patienten genau über alle bisher aufgetretenen Nebenwirkungen zu informieren und sie selbst über die weitere Teilnahme an der Studie entscheiden zu lassen.. Darin werden Auftraggebende von klinischen Studien, (in der Regel Pharmafirmen) dazu verpflichtet, eine Versicherung für die Studienteilnehmenden abzuschließen.. Noch nicht zugelassene Medikamente dürfen außerhalb von klinischen Studien normalerweise nicht an Patient*innen gegeben werden.. Die Krankheit kann mit einem zugelassenen Medikament nicht zufriedenstellend behandelt werden.. Compassionate Use Programme können also schwer erkrankten Patient*innen eine Behandlung mit einem neuen Medikament ermöglichen, wenn sie weder in eine klinische Studie aufgenommen werden können, noch die Zeit haben, das Zulassungsverfahren abzuwarten.. Bei der Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten stellt sich Novartis immer zwei grundsätzliche Fragen:. Können wir Patient*innen mit der Entwicklung eines neuen Medikaments helfen?. Daher werden immer häufiger Medikamente für seltene Erkrankungen entwickelt.. Wird ein Medikament mit einem neuen Wirkstoff entwickelt, welcher alle klinischen Prüfungen bestanden hat und schließlich als Medikament zugelassen wird, so sind dem Pharmaunternehmen dabei Kosten in Höhe von 0,9 bis 1,4 Milliarden Euro entstanden.. Erst durch den Schutz des Patentrechts ist es für Unternehmen möglich, in Forschung und Entwicklung zu investieren, ohne sich sorgen zu müssen, jemand anderes könnte sich an den Ergebnissen ihrer Arbeit bereichern.. Warum der Patentschutz von Medikamenten so wichtig ist:

Videos

1. Richard David Precht - Vorlesung Ästhetik - Leuphana Universität Lüneburg
(Leuphana Universität Lüneburg)
2. Metaphysik, Ästhetik & Ethik erklärt
(Philosophie Workout - Johannes Thiesen)
3. 15 Minuten Hegel – Folge 9: Ästhetik
(Vernunftrausch)
4. Johannes Hees-Pelikan: Gute Literatur. Ethik und Ästhetik bei J. J. Bodmer (NDL)
(Christine Stridde)
5. Ästhetik als Metatheorie
(Bazon Brock)
6. Was ist Ästhetik? Was ist Schönheit?
(Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll)

You might also like

Latest Posts

Article information

Author: Pres. Carey Rath

Last Updated: 08/11/2022

Views: 5307

Rating: 4 / 5 (41 voted)

Reviews: 88% of readers found this page helpful

Author information

Name: Pres. Carey Rath

Birthday: 1997-03-06

Address: 14955 Ledner Trail, East Rodrickfort, NE 85127-8369

Phone: +18682428114917

Job: National Technology Representative

Hobby: Sand art, Drama, Web surfing, Cycling, Brazilian jiu-jitsu, Leather crafting, Creative writing

Introduction: My name is Pres. Carey Rath, I am a faithful, funny, vast, joyous, lively, brave, glamorous person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.