Das Gute in Aristoteles´ Nikomachischer Ethik (2022)

Vorgestellt von:

Modul: Phi120

Essaythema: Das Gute in Aristoteles´ "Nikomachischer Ethik"

4.03.121c Tutorium: Einführung in die Praktische Philosophie (SoSe2019)

2.Semester/2. Fachsemester

Abgabetermin: 05.07.2019

Inhalt

Einleitung 1

Das Gute in Aristoteles´ "Nikomachischer Ethik" 1

Zusammenfassung des Guten im ersten Buch der Nikomachischen Ethik 7

Literaturverzeichnis 8

Einleitung

Die Nikomachische Ethik1 von Aristoteles beschäftigt sich mit einer der am häufigsten gestellten Frage der Philosophie: Was ist der Sinn des Lebens, und wie muss der Mensch leben, um diesem Sinn gerecht zu werden? Es fällt schwer, einen Philosophen zu finden, der sich nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt hätte.

Vielleicht ist diese Frage auch der Ursprung der Philosophie allgemein. Die Nikomachische Ethik wurde erst nach Aristoteles’ Tod aus seinen Vorlesungsnotizen zusammengestellt. Daher ist sie kompositorisch sehr unrein. Häufig erschleicht Aristoteles Konklusionen und vertuscht dies durch Rhetorik. Außerdem scheinen sich Argumente zu widersprechen. Die Nikomachische Ethik kann eine der berühmtesten und dauerhaftesten Schulen als Quelle aufweisen: Die von Aristoteles selbst gegründete Akademie Lykeion/ Peripatos.

Die Nikomachische Ethik enthält die Hauptthese, dass die Glückseligkeit das oberste Ziel des Menschen darstellt. Dabei setzt sie sich intensiv mit den Möglichkeiten zu deren Erreichen auseinander. Im ersten Buch bespricht Aristoteles die Eigenschaften eines guten Lebens, welches zur Glückseligkeit führt. Ich möchte mich hauptsächlich mit der Grundvoraussetzungen für ein gutes Leben (Buch I) auseinandersetzen.

Das Gute in Aristoteles´ "Nikomachischer Ethik"

So beginnt Aristoteles, als ehemaliger Platon Schüler, das Buch 1 der Nikomachischen Ethik mit eben der Feststellung:

"Jedes Herstellungswissen (techne) und jedes wissenschaftliche Vorgehen (methodos), ebenso jedes Handeln (praxis) und Vorhaben (prohairesis) strebt, so die verbreitete Meinung , nach einem Gut (agathon ti). Deshalb hat man <<Gut>> zu Recht erklärt als <<das, wonach alles strebt>>“.1

Wobei es hier eine Rangfolge gibt. Zwischen den Tätigkeiten, die auf Ziele außerhalb ihrer selbst hinweisen, also auf Werke die erstrebt werden, und eben diesen Werken, sind die Werke (Ziele) besser als die Tätigkeiten. Dabei sind die "leitenden Künste" insgesamt besser als die untergeordneten. Ein Ziel jedoch, das um seiner selbst willen erstrebt wird, "und das andere um seinetwillen" (da für Aristoteles dieses Streben nicht ins Unbegrenzte fortgesetzt werden kann) ist das Gute und das Beste.

Da es sein kann, dass dieses Ziel große Bedeutung für das Leben hat, will Aristoteles versuchen, "es wenigstens im Umriss zu erfassen". Dabei fasst er zuerst die politische

Wissenschaft ins Auge, da ihr die angesehensten Künste und Fähigkeiten untergeordnet sind. Sie regelt das Zusammenleben der Menschen. Das Gute für den Einzelnen kann, für Aristoteles, niemals so gut sein wie das Gute für den Staat und die Gemeinschaft (Polis), da es hier größer und vollkommener scheint.

"[ .] erfreulich ist es zwar auch für Einen allein, schöner und göttlicher aber für ein ganzes Volk oder einen Staat."2

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Das Gute ist also kein Universales, denn, wenn es zu einer Idee eine Wissenschaft darüber gäbe, so würde es eine Wissenschaft sein, und nicht viele, wie z.B. bei der Strategie im Krieg, oder der Behandlung bei Krankheit. Auch stellt sich für Aristoteles die Frage, was das Gute "An-Sich" ist, da es kaum dadurch besser ist, weil es ewig ist.

Dagegen könnte nun eingewandt werden, dass das Gute eine doppelte Bedeutung hätte: das eine wäre als Idee gut "An-Sich", das andere im Hinblick auf jenes, also dem Guten "An-Sich". Wenn es nicht nur eine Idee, also eine Form ohne Gehalt sein soll, so müsste dieses Gut "An-Sich" Güter enthalten, um derentwillen es erstrebt werden würde.

Derselbe Begriff des Guten müsste in diesen Gütern sichtbar werden. Die Begriffe der Ehre, Erkenntnis und Lust (als vorhin bereits erwähnte Lebensform) aber sind verschieden, sofern sie Güter sind. "Ein Gutes also, das ihnen gemeinsam wäre und als einzige Idee aufgefasst werden könnte, existiert nicht."

Trotzdem scheint dieses viele Gute nicht zufällig denselben Namen zu haben. Darüber genaueres auszusagen, behält Aristoteles an dieser Stelle anderen Bereichen der Philosophie vor. Für ihn ist hier bereits der entscheidende Punkt erreicht.

"Denn selbst wenn es ein Gutes gibt, das Eines ist und von allen Gütern prädiziert wird, oder das etwas Abgetrenntes (clıöriston), für sich Seiendes ist, so wird doch der Mensch dieses offensichtlich weder bewirken noch erwerben können; gerade ein solches Gut aber wird gesucht."5

Aristoteles fügt noch hinzu, dass die Kenntnis dieses abgetrennten Guten zwar mit einiger Wahrscheinlichkeit, wie eine Art Vorbild zum Guten hätte. Dagegen jedoch spricht, dass es bei den Wissenschaften so ist, dass zwar alle nach irgendeinem Gut streben, sie dennoch die Erkenntnis dieses Guten "An-Sich" beiseite lassen und es noch nicht einmal vermissen.

Was soll "ein Weber oder Schreiner für einen Nutzen in seiner eigenen Kunst davon haben, dass er das Gute an sich kennt"?

Hier ist die Trennung von Platons Ideenlehre des Guten vollzogen, obwohl trotz dieser Feststellung und Erkenntnis des Aristoteles der Begriff des Guten seltsam zweigeteilt bleibt. Das Gute "An-sich" wird in einen anderen Philosophiebereich verwiesen und dem göttlichen zugeschrieben (dazu später noch einmal), das praktische, vom Menschen erfüllbare Handeln aber bleibt das Gute der Nikomachischen Ethik.

Was ist aber nun, da es kein Universales Gut gibt, das Gute in jedem einzelnen Fall? Es ist das, um dessentwillen alles Übrige geschieht; bei jedem Handeln und Entschluss ist es das Ziel. Jedoch sind nicht alle Ziele Endziele und wenn das Ziel allen Handelns das Gute ist, so ist dies das einzige Endziel, dasjenige, das das vollkommenste der Ziele ist, das nur um seiner selbst willen erstrebt wird, dessentwillen alles andere geschieht. "Derart dürfte in erster Linie di.....[readfulltext]

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Mit der Bestimmung der Glückseligkeit als Tugend, bestimmt durch tugendgemäße Tätigkeit, sieht sich Aristoteles im Einklang. Wichtig ist dabei die Tätigkeit (der Seele), "denn ein Zustand kann bestehen, auch ohne dass er etwas Gutes vollbringt", während die Tätigkeit mit Notwendigkeit handeln wird. Tugend und tugendgemäßes Handeln ist für glückselige Menschen ja auch an sich genussreich, die Lust besteht für den Glückseligen eben im tugendgemäßen Handeln, neben dem, dass die Tugenden auch gut und schön sind.

" (d) Das Glück ist also das Beste (ariston), Werthafteste (kalliston) und Erfreulichste (hëdiston), und diese Eigenschaften lassen sich nicht trennen, wie es in der delischen Inschrift geschieht[…]."7

Dabei wurde von Aristoteles von vornherein die menschliche Tugend gesucht, wie er noch einmal betont.

" (b) Die Gutheit, die wir zu untersuchen haben, ist offensicht lich die menschliche Gutheit. Denn was wir suchten, war das Gut für den Menschen und das menschliche Glück".8

Da nur die vollkommene Tugend, d.h. die Tätigkeit der Seele, Glückseligkeit zeitigt, so muss weiter nach dieser Tugend gefragt werden. Die Tätigkeit der Seele als tugendhaftes Handeln sieht man auch daran, dass der Staatsmann, und mit ihm die politische Wissenschaft, einigermaßen über die Seele Bescheid wissen müssen, da der wahrhafte Staatsmann sich am allermeisten um die Tugend bemüht, damit die Bürger tugendhaft werden und den Gesetzen gehorchen.

Neben der Tätigkeit der Seele scheint die Glückseligkeit trotzdem noch äußerer Güter zu bedürfen. Wenn man nämlich keine Mittel hat, das Edle zu tun, oder bestimmter Dinge wie der Adeligkeit oder Schönheit, dann verkümmert die Glückseligkeit. Es gibt viele Veränderungen und Zufälle im Leben, die den Menschen in großes Unglück stürzen können.

Wer solche Zufälle erlebt und im Unglück endet, den preist keiner selig. Zum Glücklich-Sein als Tugend gehört also ein bestimmtes Maß von Glück-Haben. Darum stellt sich die Frage, ob Glückseligkeit bzw. Tugend vom Menschen erlernbar, oder doch ein Geschenk der Götter ist (wie bereits erwähnt). Obwohl Preis und Ziel der Tugend etwas Göttliches und Seliges zu sein scheint, wird sie, nach Aristoteles, allen zugänglich sein, die im Bezug auf die Tugend empfänglich sind. "Denn das Größte und Schönste dem Zufall zuzuschreiben wäre gar zu leichtfertig." Schließlich ist es auch das Ziel der bereits erwähnten politischen Kunst, die Bürger zur Tugendhaftigkeit zu bilden und damit "fähig, .....

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Es bedarf ja, um wirklich selig zu sein, "einer vollkommenen Tugend und eines vollkommenen Lebens". Lob kommt dann der Tugend und ihren Taten zu, "denn von dieser her tun wir das Gute". Das Vernünftige im Menschen ist, wie Aristoteles bereits gezeigt hat, von zweierlei Art, "das eine wesentlich und in sich selbst, das andere als ein dem Vater Gehorsames".

Aufgrund dieser Unterscheidung wird auch die Tugend aufgeteilt: Die einen Tugenden sind die verstandesmäßigen wie etwa die Weisheit, Auffassungsgabe und Klugheit, die anderen die ethischen wie Großzügigkeit und Besonnenheit.

Zusammenfassung des Guten im ersten Buch der Nikomachischen Ethik

Aristoteles geht von der Tatsache aus, dass alle Handlungen auf irgendein Gutes hin ausgerichtet sind. Die politische Wissenschaft, also die Philosophie, hat nun die Aufgabe nach diesem Gut zu fragen, da es ja von wesentlicher Bedeutung für das menschliche Leben sein kann, so wie es ja auch an den Lebensformen abzulesen ist.

Die Lebensformen alleine sind jedoch noch nicht das gesuchte Gute, weshalb er die Frage nach einem universellen Gut "An-Sich" stellt, dabei zu der Erkenntnis kommt, dass es wohl keines gäbe, wenn aber doch, dann wäre es ein für den Menschen nicht Erreichbares. Für Aristoteles ist jedoch das Gute das menschlich Erreichbare, praktische Handeln und Sich-gut-Verhalten in der Gesellschaft, vermittelt durch die politische Wissenschaft, die Philosophie.

Dieses Gute ist die besondere Befähigung des Menschen, die Tugend, die eine Tätigkeit der Seele ist, nämlich die, die Vernunft heißt und der sich beim tugendhaften Menschen alles unterordnet. Sie führt zur Glückseligkeit, zum glücklichen Leben, wie Aristoteles entnimmt. Zur vollkommenen Seligkeit gehört aber auch, im Leben Glück zu haben. Eine vollkommene Tugend und ein vollkommenes Leben ermöglichen erst die vo.....

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Author: Ouida Strosin DO

Last Updated: 09/27/2022

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